Das Zend Framework ist seit dem letzten Artikel zu der Entscheidung Zend oder Rails nach anfänglichem Stocken im Entwicklungsprozess bei Version 1.5 angekommen. Auch Ruby on Rails hat mit dem Sprung auf inzwischen Version 2.0.2 einen großen Sprung gemacht. Wer ist also mein persönlicher Sieger in diesem Rennen? Welches Framework eignet sich aus meiner Sicht am Besten für die Entwicklung von Web-Projekten.

Um es vorweg zu nehmen: Mein persönlicher Favorit ist Ruby on Rails!

Doch die brennende Frage ist natürlich das WARUM:

  • 1. Ruby statt PHP: Natürlich klingt es unlogisch die eigenen mühsam erarbeiten PHP-Kenntnisse links liegen zu lassen und sich in eine junge rein objektorientierte Sprache einzuarbeiten. Doch, und das bestätigte mir bisher jeder ehemalige Java- oder PHP-Entwickler – die Mühe ist nicht groß Ruby zu lernen und der Nutzen ist überwältigend. Ruby ermöglicht es eleganten, gut lesbaren und gut wartbaren Code zu schreiben.
  • 2. Vision-Driven-Community: Egal ob in den Mailing-Listen oder auf Entwickerkonferenzen, die Grundeinstellung und Vision der Community ist freundlich, ansteckend, international und produktiv. Es geht darum gemeinsam etwas neues, besseres und eleganteres zu schaffen … siehe auch die Keynote der RailsConf 2007 von David Heinemeier Hansson in Portland.
  • 3. Skalierbarkeit: Inzwischen wurde vielfach bewiesen, dass Rails-Applikationen sich gut skalieren lassen auch wenn die Performance etwas schlechter sein soll. Doch unter dem Strich braucht man so etwas mehr Hardware als bei einem Zend Framework Projekt, doch dafür gewinnt man eine schnellere Entwicklung und bessere Wartbarkeit. Twitter, Qype und Xing machen es vor. Insbesondere die Twitter-Entwickler plaudern gerne über die Skalierbarkeit, wie Britt Selvitelle auf der RailsConf Europe 2007 in Berlin.
  • 4. REST: Mit der Version 2.0 wurde die Programmierung nach dem REST-Prinzip konsequent im Ruby on Rails Framework implementiert. Damit lassen sich einfach Schnittstellen zu anderen Systemen schaffen – und werden alte, aber gute und durchdachte Features des http-Protokolls wiederentdeckt. Siehe auch das PDF von b-simple zum Thema RESTful-Rails.
  • 5. Datenbank-Migrationen: Rails bietet mit Migrations ein mächtiges System Datenbankstrukturen einfach und in Einzelschritten skriptbasiert zu erstellen – und, wenn nötig diese Einzelschritte auch wieder rückgängig zu machen. Für die Entwicklung nach dem Prinzip des “Pragmatic Programming” ist das ein perfektes Werkzeug um Tabellen zu erstellen, zu erweitern und mit Daten zu füllen. Für das Zend Framework ist ein solches Feature als Proposal angedacht … doch wann es kommt und wie es funktionieren wird ist noch völlig unklar.
  • 6. Test-Driven-Development: Rails ist weiterhin Vorreiter was die eingebauten Test-Infrastruktur für automatisierte Unit-Tests, Functional-Tests und Integration-Test. Zend Framework versucht zwar mit dem ZFTestManager aufzuholen – doch noch immer fehlt eine schlüssige Integration in das Framework.
  • 7. MultiView: In Rails lassen sich Inhalte je nach Anfragetyp darstellen – sollen sie nun als CSV-Datei, RSS-Feed, HTML-Seite oder als spezielle iPhone-Seite Angezeigt werden – SlashDotDash zeigt wie man der eigenen Rails-Applikation ein iPhone-optimiertes User-Interface verpassen kann.

Bestimmte Projekte eignen sich allerdings nur bedingt für Rails: Mehr …

Apple startet eine Tutorial-Reihe zur Rails 2.0 Entwicklung auf Mac OS X Leopard. Eine schöne Einführung in die elegante Web-Entwicklungs-Plattform für Entwickler auf dem Mac. Schön zu sehen, dass nun auch Apple das Open Source Framework offen promotet.

Guten Nachrichten für alle Web-Applikations-Entwickler: David Heinemeier Hansson, das Rails-Core-Team und viele weitere aus der Rails Community haben ein frühes Geschenk unter den Gabentisch gelegt: Ruby on Rails 2.0.1. Herzlichen Dank!

Drei Jahre ist es her, da veröffentlichte David Heinemeier Hansson die erste Version des Web-Frameworks Ruby on Rails. Der Paradigmenwechsel in der Programmierung von Web-Applikationen hin zu eleganten und pragmatischen Vorgehen ist ein Geschenk für uns alle. Es macht Spaß eine Applikationsidee zu skizzieren, mit Gerüsten und Rapid Application Prototyping sich der richtigen Usability anzunähern. Es macht sogar Spass RoR Code zu lesen. Genug der Lobeshymnen … und ein herzliches Dankeschön an David, der die Revolution gestartet hat … und auch ein herzliches Dankeschön an die gesamte RoR-Community die daraus eine Web-Entwicklungs-Revolution gemacht haben ;-)

Ruby-on-Rails Konferenz-Kalender

Die RailsConf 2007 hat dieses Jahr 1.600 Teilnehmern vom 17. bis 20. Mai in Portland in ihren Bann gezogen. Und wenn man David’s Loud Thinking Blog liest, dann scheint die Konferenz trotz der Masse an Leute ein voller Erfolg gewesen sein. Doch nach der Konferenz ist vor der Konferenz … und so geht es dieses Jahr mit dem Konferenzmarathon munter weiter:

22. Juni 2007: Rails-Konferenz.de, Frankfurt, Deutschland
http://www.rails-konferenz.de/
Konferenzsprache Deutsch

22.-23. Juni 2007: Ostrava on Rails, Ostrava, Tschechische Republik
http://ostrava.rails.cz/en/
Konferenzsprache Englisch

17.-19. September 2007: RailsConf Europe, Berlin, Deutschland
http://www.railsconfeurope.com/
Organisiert von O’Reilly – Konferenzsprache Englisch

November 2007: Rails Hispana Conferencia, Madrid, Spanien
http://www.conferenciarails.org/
Konferenzsprache Spanisch

Sicher gibt es noch mehr Konferenzen zum Thema Rails … ein Kommentar genögt ;-)