Archiv März, 2008

Das Zend Framework ist seit dem letzten Artikel zu der Entscheidung Zend oder Rails nach anfänglichem Stocken im Entwicklungsprozess bei Version 1.5 angekommen. Auch Ruby on Rails hat mit dem Sprung auf inzwischen Version 2.0.2 einen großen Sprung gemacht. Wer ist also mein persönlicher Sieger in diesem Rennen? Welches Framework eignet sich aus meiner Sicht am Besten für die Entwicklung von Web-Projekten.

Um es vorweg zu nehmen: Mein persönlicher Favorit ist Ruby on Rails!

Doch die brennende Frage ist natürlich das WARUM:

  • 1. Ruby statt PHP: Natürlich klingt es unlogisch die eigenen mühsam erarbeiten PHP-Kenntnisse links liegen zu lassen und sich in eine junge rein objektorientierte Sprache einzuarbeiten. Doch, und das bestätigte mir bisher jeder ehemalige Java- oder PHP-Entwickler – die Mühe ist nicht groß Ruby zu lernen und der Nutzen ist überwältigend. Ruby ermöglicht es eleganten, gut lesbaren und gut wartbaren Code zu schreiben.
  • 2. Vision-Driven-Community: Egal ob in den Mailing-Listen oder auf Entwickerkonferenzen, die Grundeinstellung und Vision der Community ist freundlich, ansteckend, international und produktiv. Es geht darum gemeinsam etwas neues, besseres und eleganteres zu schaffen … siehe auch die Keynote der RailsConf 2007 von David Heinemeier Hansson in Portland.
  • 3. Skalierbarkeit: Inzwischen wurde vielfach bewiesen, dass Rails-Applikationen sich gut skalieren lassen auch wenn die Performance etwas schlechter sein soll. Doch unter dem Strich braucht man so etwas mehr Hardware als bei einem Zend Framework Projekt, doch dafür gewinnt man eine schnellere Entwicklung und bessere Wartbarkeit. Twitter, Qype und Xing machen es vor. Insbesondere die Twitter-Entwickler plaudern gerne über die Skalierbarkeit, wie Britt Selvitelle auf der RailsConf Europe 2007 in Berlin.
  • 4. REST: Mit der Version 2.0 wurde die Programmierung nach dem REST-Prinzip konsequent im Ruby on Rails Framework implementiert. Damit lassen sich einfach Schnittstellen zu anderen Systemen schaffen – und werden alte, aber gute und durchdachte Features des http-Protokolls wiederentdeckt. Siehe auch das PDF von b-simple zum Thema RESTful-Rails.
  • 5. Datenbank-Migrationen: Rails bietet mit Migrations ein mächtiges System Datenbankstrukturen einfach und in Einzelschritten skriptbasiert zu erstellen – und, wenn nötig diese Einzelschritte auch wieder rückgängig zu machen. Für die Entwicklung nach dem Prinzip des “Pragmatic Programming” ist das ein perfektes Werkzeug um Tabellen zu erstellen, zu erweitern und mit Daten zu füllen. Für das Zend Framework ist ein solches Feature als Proposal angedacht … doch wann es kommt und wie es funktionieren wird ist noch völlig unklar.
  • 6. Test-Driven-Development: Rails ist weiterhin Vorreiter was die eingebauten Test-Infrastruktur für automatisierte Unit-Tests, Functional-Tests und Integration-Test. Zend Framework versucht zwar mit dem ZFTestManager aufzuholen – doch noch immer fehlt eine schlüssige Integration in das Framework.
  • 7. MultiView: In Rails lassen sich Inhalte je nach Anfragetyp darstellen – sollen sie nun als CSV-Datei, RSS-Feed, HTML-Seite oder als spezielle iPhone-Seite Angezeigt werden – SlashDotDash zeigt wie man der eigenen Rails-Applikation ein iPhone-optimiertes User-Interface verpassen kann.

Bestimmte Projekte eignen sich allerdings nur bedingt für Rails: Mehr …

Bemerkenswertes von John Doerr, Partner bei Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB), dem Venture Capital Unternehmen das Start-Ups wie Amazon, Sun oder Google mitfinanzierte: KPCB startet eine 100 Millionen $ Investment-Initative mit dem bezeichnenden Namen iFund, um Ideen und Produkte zu fördern die Märkte verändern und die revolutionäre neue iPhone- und iPod-touch-Software-Plattform erweitern.
2750 Sand Hill Road, Melon Park in Kalifornien ist der Platz für alle Entwickler mit großartigen Ideen für das mobile Internet mit iPhone und iPod touch ;-)

Gute Nachrichten vom iPhone Software Roadmap Event das gerade in Cupertino stattfindent: Alle, die das iPhone im geschäftlichen Umfeld einsetzten (oder einsetzen wollen) haben einen Grund mehr sich über das iPhone zu freuen: Apple hat ActiveSync von Microsoft lizensiert und bietet damit seinen Kunden in Zukunft die Anbinung der bestehenden Mail-, Kalender und Adressbuch-Applikationen an Exchange-Server. Damit versetzten Sie ihre Konkurrenten RIM mit dem Blackberry einen herben Schlag: Beim Blackberry gehen alle Mails und Infos immer über die RIM-eigenen Server – der Alptraum für jeden Datenschutz und Security-Verantwortlichen in Unternehmen. Apple bietet mit der neuen iPhone-Lösung eine direkte Anbindung die der Geschäftskunde vollständig kontrollieren kann.

Apple startet eine Tutorial-Reihe zur Rails 2.0 Entwicklung auf Mac OS X Leopard. Eine schöne Einführung in die elegante Web-Entwicklungs-Plattform für Entwickler auf dem Mac. Schön zu sehen, dass nun auch Apple das Open Source Framework offen promotet.